Der Beruf des Barkeepers beinhaltet mehr als nur Cocktails zu mixen. In einer klassischen Bar ist die Person hinter der Bar auch als Zuhörer gefragt. Ob Stammkunde oder jemand, der nur für einen Tag in der Stadt ist: viele Gäste reden sich den Frust von der Seele, wenn sie alleine an der Bar sitzen. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann das Spaß machen, manchmal aber eine Belastung sein. Nämlich dann, wenn der Gast zum wiederholten Male die gleiche Geschichte erzählt oder im fortgeschrittenen Stadium nur noch unverständliche Worte lallt.

In der Barkeeper-Ausbildung lernt man recht wenig über den Umgang mit Gästen. Im Servicebereich lernt man zwar, wie man Gäste bei den verschiedenen Getränken beraten sollte. Wie man aber auf deren Redseligkeit reagiert, wird zumindest in der Theorie kaum behandelt. Es bleibt also nur die Erfahrung und Zuschauen, wie andere Barkeeper mit der Situation umgehen.

Rezepte im Kopf haben

Barkeeper lernen zunächst einmal, wie Getränke gemixt werden, und müssen ein gutes Gedächtnis haben. Nicht ist schlimmer als jemand, der hinter der Bar arbeitet und beim Tequila Sunrise erst im Buch nachschauen muss – oder noch schlimmer, den Drink im Shaker zubereitet. Je nachdem wo ein Barkeeper angestellt ist, muss sie oder er etwa zwanzig Standarddrinks im Kopf haben – vom Aperol Spritz bis zum Whiskey Sour. Das bedeutet, dass die Rezepte und Zubereitungsarten im Gedächtnis sein müssen und jederzeit abgerufen werden können.

In einer kleinen Bar mit nur einer Person hinter der Theke kann die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter die Gäste neben der Bedienung unterhalten, animieren oder ihnen einfach nur zuhören. Es kann sogar vorkommen, das mal ein Ehestreit geschlichtet werden muss. Auf der anderen Seite haben mit etwas Hilfe des Barkeepers schon manche Menschen ihre Liebe fürs Leben gefunden. Es braucht also neben dem Spaß am Mixen auch psychologische Fähigkeiten, wenn man ein guter Barkeeper sein will.